Donnerstag, 12. November 2009
Warum ich nicht gern über Familien rede
Ich habe durch einen ziemlich schnellen und frühen Auszug aus dem elterlichen Heim den Kontakt zu meiner Ursprungsfamilie abgebrochen. Es gibt diverse Gründe, warum ich dort raus wollte und musste. Als das alle passierte war ich 17 Jahre alt, hatte kein Einkommen, blieb grade in der 12 Klasse sitzen und hatte weder irgendwas vorzuweisen noch Hoffnung, dass sich das ändern würde.

Ich litt unter der Situation, meine Mutter sprach schon 1 Jahr lang nicht mehr mit mir, obwohl wir in einem Haushalt lebten. Von dem Mann meiner Mutter hatte ich nicht viel zu erwarten, es gab sogar Zeiten da hatte ich panische Angst vor ihm.

Ich litt unter Schlaf- und Essstörungen, hatte Depressionen und zeigte Anzeichen von Bordeline. Die Jugendpsychologin bei der ich auf Anraten von Freunden Hilfe suchte hörte sich ziemlich überfordert meine Geschichte an und teilte mir mit, dass das für sie zu viel sei. Sie schickte mich auf die Suche nach einem Erwachsenen-Psychologen. Den habe ich nie gesucht und folglich auch nie gefunden.

Halt und Hilfe fand ich bei meinem damaligen Freund, der mich aufnahm und mir den Weg zurück ins Leben frei kämpfte. Auch zwei sehr enge Freundinnen und die Familie meines Freundes gaben mir den Halt, den ich brauchte um das alles zu überleben.

Ich vermisse trotz all diesen harten Momenten und dem damaligen Wunsch nach Tod meine Mutter wie nichts anderes. Mittlerweile stehe ich wieder mit beiden Beinen im Leben. Aber ein Augenblick der Unachtsamkein kann auch heute noch tagelange emotionale Lähmung hervorrufen. Ich vermisse meine Mutter, aber sie zu ertragen, das würde ich nicht schaffen, das würde mich wieder halb umbringen. Ich bin noch nicht so weit.

Will eigentlich jemand noch mehr wissen?
Ja, ich komme wieder.
Nee, erzähls lieber dem Frisör!

  Ergebnis anzeigen

Erstellt von warmes zentrum am 2009.11.10, 00:13.

... comment